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MITTWOCH, 1. NOVEMBER
18:00 Uhr

Engelbert Decker - Rezitation, Bernhard Zapp - Cello,

Thomas Bachmann - Saxophon und Jan Weigelt - Flügel

„Luther-Revue“ 

Skandal in Wittenberg! Ex-Mönch heiratet entlaufene Nonne!

Geburt des Antichristen naht! Nein, diese Hochzeit war kein Freudenfest. In den Augen vieler Zeitgenossen vielmehr eine schwere Sünde, doch trotz aller Widerstände gibt Martin Luther am 13. Juni 1525 Katharina von Bora das Ja-Wort.

"Ich würde meine Käthe nicht für Frankreich und Venedig hergeben" (aus »Tischreden Luthers«)

13. Juni 1525 Katharina von Bora heiratet Martin Luther

Nicht nur Martin Luthers Gegner waren entsetzt, als der Reformator am 25. Juni 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora heiratete. Und Katharina, frisch verheiratete "Lutherin", hatte keinen einfachen Mann erwischt.

„Das Weiberregiment nimmt selten ein gut End“ - M. Luther

Doch Katharina von Bora war eine kluge Frau. Knapp zwei Jahrzehnte Leben hinter Klostermauern hatten ihrer Willensstärke und Eigenständigkeit nichts anhaben können. Die ehemalige Nonne muss gewusst haben, auf wen und was sie sich da einließ. Luther war zwar zu diesem Zeitpunkt schon weltberühmt, seine Thesen bereits angeschlagen, seine Bibel gedruckt. Doch für seine Gegner war er Freiwild:

Katholiken werfen Katharina von Bora Hochmut, Stolz und Verschwendungssucht vor, Liederlichkeit und Trunksucht.

Der Papst hatte ihn mit einem Bann belegt, der Kaiser die Reichsacht über ihn verhängt. Außerdem hauste der rebellische Junggeselle immer noch in einem heruntergekommenen Klosterbau, schlief auf einem fauligen Strohsack in - so wird überliefert - schmuddeliger Unterwäsche. Katharina bringt in acht Jahren sechs Kinder zur Welt. Und die Liebe? Sie kommt. „Mein Morgenstern zu Wittenberg, meine Herrin, meine Gebieterin“, nennt Luther sie schon wenige Jahre nach der Hochzeit zärtlich und noch mehr: Dass der Teufel meiner nicht habhaft werden konnte, ist wohl allein meiner Käthe zu verdanken.

Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen.

Engelbert Decker und das Trio Thomas Bachmann, Saxophon, Bernhard Zapp, Cello und Jan Weigelt, Klavier, nähern sich voller Lust und Freude Katharina von Bora und Martin Luther mit unverstelltem Blick, im Mittelpunkt lassen sie Briefe, Zitate, Gedanken zur Liebe, Kindererziehung u. zum gewöhnlichen Alltag aufleben, besonders reizvoll ist die hochemotionale Musik des Weigelt-Trios, die die Original-Lieder Luthers primär zitieren, um sie im Verlauf im Samba- bzw. Tangostil zu präsentieren, ähnlich wie vor Jahren Jacques Loussier mit Play Bach ein überraschend neues Musikverständnis schuf

Ort: Alte Evangelische Kirche Oberkassel, Zipperstraße


   

   
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