Beitragsseiten


1. November bis 20. November 2017

Wie immer in Oberkassel:

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei,

am Ende der Lesung bitten wir um eine Hutspende am Ausgang.  

Folgende Lesungen gibt es für die Oberkasseler und ihre Gäste:


   



 

MITTWOCH, 1. NOVEMBER
18:00 Uhr

Engelbert Decker - Rezitation, Bernhard Zapp - Cello,

Thomas Bachmann - Saxophon und Jan Weigelt - Flügel

„Luther-Revue“ 

Skandal in Wittenberg! Ex-Mönch heiratet entlaufene Nonne!

Geburt des Antichristen naht! Nein, diese Hochzeit war kein Freudenfest. In den Augen vieler Zeitgenossen vielmehr eine schwere Sünde, doch trotz aller Widerstände gibt Martin Luther am 13. Juni 1525 Katharina von Bora das Ja-Wort.

"Ich würde meine Käthe nicht für Frankreich und Venedig hergeben" (aus »Tischreden Luthers«)

13. Juni 1525 Katharina von Bora heiratet Martin Luther

Nicht nur Martin Luthers Gegner waren entsetzt, als der Reformator am 25. Juni 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora heiratete. Und Katharina, frisch verheiratete "Lutherin", hatte keinen einfachen Mann erwischt.

„Das Weiberregiment nimmt selten ein gut End“ - M. Luther

Doch Katharina von Bora war eine kluge Frau. Knapp zwei Jahrzehnte Leben hinter Klostermauern hatten ihrer Willensstärke und Eigenständigkeit nichts anhaben können. Die ehemalige Nonne muss gewusst haben, auf wen und was sie sich da einließ. Luther war zwar zu diesem Zeitpunkt schon weltberühmt, seine Thesen bereits angeschlagen, seine Bibel gedruckt. Doch für seine Gegner war er Freiwild:

Katholiken werfen Katharina von Bora Hochmut, Stolz und Verschwendungssucht vor, Liederlichkeit und Trunksucht.

Der Papst hatte ihn mit einem Bann belegt, der Kaiser die Reichsacht über ihn verhängt. Außerdem hauste der rebellische Junggeselle immer noch in einem heruntergekommenen Klosterbau, schlief auf einem fauligen Strohsack in - so wird überliefert - schmuddeliger Unterwäsche. Katharina bringt in acht Jahren sechs Kinder zur Welt. Und die Liebe? Sie kommt. „Mein Morgenstern zu Wittenberg, meine Herrin, meine Gebieterin“, nennt Luther sie schon wenige Jahre nach der Hochzeit zärtlich und noch mehr: Dass der Teufel meiner nicht habhaft werden konnte, ist wohl allein meiner Käthe zu verdanken.

Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen.

Engelbert Decker und das Trio Thomas Bachmann, Saxophon, Bernhard Zapp, Cello und Jan Weigelt, Klavier, nähern sich voller Lust und Freude Katharina von Bora und Martin Luther mit unverstelltem Blick, im Mittelpunkt lassen sie Briefe, Zitate, Gedanken zur Liebe, Kindererziehung u. zum gewöhnlichen Alltag aufleben, besonders reizvoll ist die hochemotionale Musik des Weigelt-Trios, die die Original-Lieder Luthers primär zitieren, um sie im Verlauf im Samba- bzw. Tangostil zu präsentieren, ähnlich wie vor Jahren Jacques Loussier mit Play Bach ein überraschend neues Musikverständnis schuf

Ort: Alte Evangelische Kirche Oberkassel, Zipperstraße


   



SONNTAG, 5. NOVEMBER
11:00 Uhr

Schreibsalon Oberkassel

„Durch das Jahr mit allen Sinnen

Heiter, schräg und nachdenklich, fiktiv und biografisch, von hier und auf Reisen

 durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

 

Gedichte und Prosatexte

aus dem Schreibsalon im Alten Rathaus Oberkassel

unter Leitung von Renate Fröhlig-Striesow

Gewürzt mit Gitarrenimprovisationen von Tom Hanusch


Ort: Kulturzentrum Altes Rathaus, Königswinterer Straße 720


   



MONTAG, 6. NOVEMBER
19:30 Uhr

Karlheinz Schonauer

„Was ist deutsch?"

Laute Gedanken eines Rheinländers


„Völkisches“ Gerede ist Unsinn, immer und überall. Nationalismus ist ein Verbrechen am Menschheitsprojekt Zivilisation, immer und überall. Bei einer kleinen Reise durch die Geschichte zeigt Karlheinz Schonauer, dass Nationen nicht „völkisch“ sind, niemals waren und niemals sein werden.

Ort: Restaurant „Lo Scoglio im Himmelreich“ Königswinterer Straße 685


   



DONNERSTAG, 9. NOVEMBER
20:00 Uhr

Anja Martin

„Mann mit Hut“

Skurille Geschichten

Eigentlich ist alles Alltag, grau und ein bisschen langweilig. Doch plötzlich ist Montag schon Mittwoch, sechs Elefanten stehen in der Küche und ein Mann führt seinen Hut spazieren, wie andere ihren Hund. Da lacht die zahnlose Zahnarztgattin - und mehr sei hier nicht verraten. Nur so viel: In den Geschichten der Bonner Autorin kippen Gewissheiten aus ihren Schuhen und stehen Kopf. Was sie dort sehen, ist Alltag von unten. Und der ist alles andere als grau.


Ort: Weinhaus Kinkel-Stuben, Kinkelstraße 1


 



SAMSTAG, 11. NOVEMBER
20:00 Uhr


W.G. Sebald
„Die Ausgewanderten“

Anstoß zum Überdenken der aktuellen Flüchtlingsdebatte.

Ein Abend mit Vadim Baev am Akkordeon, Klaus Großjohann am Beamer und Susi Kuhfuß am Buch

 

Was macht das mit einem Menschen, wenn er in seiner Heimat zum Hassobjekt wird ? Wenn man ihn erniedrigt, ihn daran hindert, seinen Beruf auszuüben, ihn aus der Welt, die er kennt und liebt, ausstößt? W.G. Sebald sucht in seinem Erzählband „Die Ausgewanderten“ Antworten auf diese Fragen. So behutsam wie unbeirrbar führt er uns ganz nah an einen der Ausgewanderten, seinen Lehrer Paul Bereyter, heran. Sein Text kann am heutigen Abend als Beitrag zum Gedenken an die Reichspogromnacht verstanden werden, ist aber gleichzeitig ein Anstoß zum Überdenken der aktuellen Flüchtlingsdebatte

Ort: Evangelische Bücherei, Kinkelstraße 2


 



SONNTAG, 12. NOVEMBER
18:00 Uhr

Danielle Wiesner-von den Driesch, Duo Claus und Heinemann

„Über den Tellerrand“

Literarisches und Musikalisches aus Europa

In der einstündigen Soirée liest Danielle Wiesner-von den Driesch aus aktueller Literatur aus Deutschland und den Nachbarländern, u. a. aus dem mit dem Deutschen Buchpreis 2017 gewürdigten europäischen Roman "Die Hauptstadt" des Österreichers Robert Menasse und "Sie kam aus Mariupol",  Natascha Wodins preisgekrönter Spurensuche nach ihrer ukrainischen Mutter. Sie erhielt dafür kürzlich den Preis der Leipziger Buchmesse. Das Duo Claus & Heinemann (Peer Claus, Gitarre/Gesang und Erich  Heinemann, Gitarre/Mandoline) begleitet die Texte musikalisch mit  ausgesuchten Stücken, vornehmlich aus Spanien, aber auch aus Griechenland und Frankreich

Ort: Kulturzentrum Altes Rathaus, Königswinterer Strasse 720 


  



MONTAG, 13. NOVEMBER
20:00 Uhr

Georg Aescht

„Passt auf und hört!"

Georg Aescht hat sich eine sächsische Lesung mit gesprochenen deutschen Fußnoten vorgenommen

Ein siebenbürgischer Mundartdichter zwischen kruder Groteske und subtiler Sprachkunst. Die deutsche Mundart der Siebenbürger Sachsen ist moselfränkischen Ursprungs, hat sich aber über Jahrhunderte im fernen Karpatenbogen in gewissermaßen urtümlich mittelalterlichem Zustand lebendig erhalten, obwohl sie mit wenigen Ausnahmen nicht verschriftlicht worden ist. Die stets „nur volkstümliche“ Literatur in dieser Mundart ist auch in notdürftig improvisierter schriftlicher Form nur Mundartsprechern zugänglich. Michael Königes, ein Bauer in einer Großgemeinde bei Kronstadt, hat neben einigen mehr oder minder gelungenen Erzählversuchen auf Hochdeutsch sächsische Texte gereimt, die im Grunde nicht eben zartfühlend Schwänke erzählen – und doch einen Sprachkünstler von Graden eines Wilhelm Busch zeigen.


Ort: Weinhaus Kinkel-Stuben, Kinkelstraße 1


 



FREITAG, 17. NOVEMBER
20:00 Uhr

Jan Costin Wagner

Die Macht des Todes – die Kraft des Lebens

Ein Abend in Kooperation mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft

Auf dem Marktplatz von Turku steigt ein junger Mann in einen Brunnen. Er ist nackt, verwirrt und hat ein Messer bei sich. Einer der herbeigeeilten Polizisten erschießt ihn, und Kimmo Joentaa beginnt zu ermitteln. Er stößt auf Spuren einer Katastrophe, die nicht nur das Leben des Jungen aus dem Brunnen, sondern das zweier Familien tragisch und tiefgreifend verändert hat. Joentaa begreift, dass diese Ermittlung ihn vor allem mit der Frage konfrontierten wird, woran Menschen in unserer Welt noch festhalten können, wenn schlimmste Befürchtungen wahr werden.

 Jan Costin Wagner ist ein Meister des literarischen Kriminalromans – mit „Sakari lernt, durch Wände zu gehen“ legt er ein Buch von hypnotischer Intensität vor, das zugleich verstört und glücklich macht.


Ort: Kulturzentrum Altes Rathaus, Königswinterer Straße 720


 



SAMSTAG, 18. NOVEMBER
18:00 Uhr

Kreative Schreibwerkstatt Bonn mit Monika Mannel

Liebe und andere Katastrophen

Ein Abend in Kooperation mit dem Kulturbeutel e.V., Bonn-Oberkassel

 

Mitglieder der Kreativen Schreibwerkstatt Bonn unter Leitung von Monika J. Mannel werden ein literarisches Feuerwerk der Liebe entfachen und diese in ihren vielfältigen Facetten aus ihren eigenen Werken darstellen. Was hat der „säuselnde Wind“ mit der Liebe zu schaffen? Oder Europa?   Kleine und große Gesten, kleine und große Gefühle werden der Liebe gerecht. Bernd Schröder (Tenor) und Hermann von Asuncion (Klavier) werden Liebeslieder von Schumann erklingen lassen.

      Hermann von Asunción kommt aus Paraguay, studierte in Aachen und lebt als freischaffender Musiker, Pianist, Komponist, Publizist und Autor in Bonn. Internationale Veröffentlichungen sind das pianistische Album "Piano Heartbreakers" und Friedensmusik mit seinem Album "Weltfrieden". 

      Bernd Schröder wurde in Hilden geboren und kam 1984 zum Studium nach Bonn. Er lebt und arbeitet in Bad Godesberg. Seit vielen Jahren singt er im Bonner Kammerchor und im Kölner "Kammerchor CONSONO". Seine musikalischen Aktivitäten werden abgerundet durch die Mitwirkung in kleinen Vokalensembles und durch Auftritte als Solist in der Region. Seine Gesangslehrer waren Helene Möhler (Bonn) und Martin Lindsay (Köln).


Ort: Privathaus Schmitz, Basaltstraße 7


 



MONTAG, 20. NOVEMBER
20:00 Uhr

Herrmann Rösch

Gottfried Kinkel und die Schweiz

Als demokratischer Revolutionär war Kinkel gezwungen, nach seiner Befreiung aus dem Zuchthaus 1850 im Exil zu leben. Zunächst ließ er sich in London nieder, 1866 wurde er als Professor für Kunstgeschichte nach Zürich berufen. Er fühlte sich in der damals einzigen Republik Europas so wohl, dass er 1875 die Schweizerische Staatbürgerschaft annahm. Dies zog ihm auch bei einstigen Freunden den Vorwurf des Vaterlandsverrats zu. Das von Bismarck geformte Deutsche Kaiserreich aber lehnte er strikt ab. Der Vortrag behandelt eine spannungsreiche Phase, die in den meisten Publikationen zu Kinkel nur kurz oder gar nicht zur Sprache kommt.

Ort: Weinhaus Kinkel-Stuben, Kinkelstraße 1


   


   
© Oberkasseler Literaturherbst

Login Form